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Trennung, Unterhalt und Lohnsteuerklassen


Für die Durchführung des Lohnsteuerabzugs werden unbeschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer Lohnsteuerklassen zugewiesen. Ehepartner können zwischen einzelnen Lohnsteuerklassen wählen. Im Einzelnen gilt folgendes:

 

Lohnsteuerklasse I: In diese gehören Arbeitnehmer, die ledig, verheiratet, verwitwet oder geschieden sind und bei denen die Voraussetzungen für die Steuerklasse III oder IV nicht erfüllt sind.

 

Lohnsteuerklasse II: Hierzu gehören die Arbeitnehmer, die ledig, verheiratet, verwitwet oder geschieden sind, wenn bei ihnen der Haushaltsfreibetrag zu berücksichtigen ist.

 

Lohnsteuerklasse III: In diese Steuerklasse gehören Arbeitnehmer,

 

1. die verheiratet sind, wenn beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben und der Ehegatte des Arbeitnehmers keinen Arbeitslohn bezieht oder der Ehegatte des Arbeitnehmers auf Antrag beider Ehegatten in die Steuerklasse V eingereiht wird,

 

2. die verwitwet sind, wenn sie und ihr verstorbener Ehegatte im Zeitpunkt seines Todes unbeschränkt einkommensteuerpflichtig waren und in diesem Zeitpunkt nicht dauernd getrennt gelebt haben. Dies gilt für das Kalenderjahr, in dem der Ehegatte verstorben ist.

 

3. deren Ehe aufgelöst worden ist, wenn im Kalenderjahr der Auflösung der Ehe beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig waren und nicht dauernd getrennt gelebt haben und der andere Ehegatte wieder geheiratet hat, von seinem neuen Ehegatten nicht dauernd getrennt lebt und er und sein neuer Ehegatte unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind. Dies gilt für das Kalenderjahr, in dem die Ehe aufgelöst worden ist.

 

Lohnsteuerklasse IV: In diese Steuerklasse gehören Arbeitnehmer, die verheiratet sind, wenn beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben und der Ehegatte ebenfalls Arbeitslohn bezieht. - Ab 1.1.2009 können Ehegatten, die in diese Steuerklasse gehören und bisher die Steuerklassenkombination III / V gewählte hatten, beim Finanzamt die Steuerkasse IV und die Ermittlung eines Faktors (Verhältnis der gemeinsamen Einkommensteuer und der Einkommensteuer bei Steuerklasse IV) für beide Ehepartner beantragen. Damit soll eine höhere Besteuerung des Ehepartners der weniger verdient, vermieden werden.

 

Lohnsteuerklasse V: Diese ist einzutragen, wenn beide Ehepartner berufstätig sind und einer von beiden die Steuerklasse III gewählt hat.

 

Lohnsteuerklasse VI: Diese gilt bei Arbeitnehmern, die nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn beziehen.

 

Im Jahr der Trennung liegen regelmäßig noch die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung bei der Einkommensteuer vor, so dass eine Änderung der Lohnsteuerklassen nicht erforderlich, aber natürlich ebenso wie bei intakter Ehe rechtlich zulässig ist.

 

Ist Unterhalt geschuldet, verstößt der zur Zahlung verpflichtete Gatte gegen eine Obliegenheit, seine Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten bzw. nicht einzuschränken, wenn er ohne sachlichen Grund von der bisherigen Steuerklasse III beispielsweise in die Steuerklasse IV wechselt, was tatsächlich mit einer zum Teil ganz erheblichen Verminderung seines laufenden Nettoeinkommens verbunden ist. Er wird daher fiktiv so behandelt, als hätte er im Trennungsjahr die Lohnsteuerklasse nicht gewechselt. Der Unterhalt wird also nach seinem bisherigen höheren Nettolohn berechnet. 

 

Im Jahr nach der Trennung liegen allerdings die Voraussetzungen nach § 26 EStG für eine gemeinsame Steuererklärung nicht mehr vor, so dass auch die Ehegattensteuerklassen III, IV und V nicht mehr angesetzt werden dürfen. Maßgeblich sind nur noch die Steuerklassen I oder II. Zur Vermeidung einer Steuerhinterziehung und einer doppelten Inanspruchnahme des Unterhaltspflichtigen einerseits durch überhöht berechneten Unterhalt und andererseits durch mitunter erhebliche Steuernachzahlungen nach Einzelveranlagung, sollte deshalb im Folgejahr unbedingt die zutreffende Steuerklasse auf der Lohnsteuerklasse eingetragen werden.


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