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Abschreibung: Fiskus definiert Regeln für Preise bis 1.000 Euro


Eine wesentliche Änderung durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz stellte das für geringwertige Wirtschaftsgüter (GwG) für Anschaffungsvorgänge ab dem 1.1.2010 eingeführte Wahlrecht dar, wonach Selbstständige sich wieder für eine Sofortabschreibung von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens entscheiden können, deren Aufwendungen netto (ohne Umsatzsteuer) mehr als 150 Euro, aber höchstens 410 Euro betragen. Daneben kommt stets eine lineare oder degressive Abschreibung nach der Nutzungsdauer entsprechend den steuerlichen Abschreibungstabellen in Betracht. Diese sind aber regelmäßig bei längeren Abschreibungszeiträumen ungünstiger und mit einem erhöhten Aufwand verbunden.

 

Das Bundesfinanzministerium hat in seinem Schreiben vom 30. September 2010 (Az. IV C 6 - S 2180/09/10001) zu Zweifelsfragen zur bilanzsteuerlichen Behandlung geringwertiger Wirtschaftsgüter Stellung genommen. Wichtig für Unternehmer und Freiberufler ist, dass die einmal getroffene Entscheidung für das jeweilige Wirtschaftsjahr verbindlich ist und einheitlich für alle Anlagegüter, die in diesem Jahr angeschafft werden, ausgeübt werden muss. Entscheiden sich Selbstständige demnach im Jahr 2010 für die Sofortabschreibung bei Preisen bis 410 Euro, dann können sie weitere in diesem Jahr erworbene geringwertige Wirtschaftsgüter nicht in den Sammelposten einstellen.

 

Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten oberhalb von 410 Euro sind in diesem Fall über die Nutzungsdauer linear nach den gültigen AfA-Tabellen oder degressiv abzuschreiben. Entscheiden sie sich dagegen für die Einstellung in den Sammelposten, können Selbstständige einheitlich nur Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis netto 150 Euro sofort abschreiben. Die Wirtschaftsgüter mit Preisen zwischen 150,01 und 1.000 Euro sind dann in den Sammelposten einzustellen und pauschal über eine Dauer von fünf Jahren linear abzuschreiben.

 

Der Unternehmer hat also pro Jahr die Qual der Wahl. Erwirbt er beispielsweise 2010 einen Gegenstand für 400 Euro netto und kurz darauf ein weiteres Anlagegut für 850 Euro, hat er zwei Optionen. Entscheidet er sich für die Sofortabschreibung der 400 Euro, kann er die 850 Euro nicht in den Sammelposten einstellen, sondern muss den Preis über die reguläre Nutzungsdauer abschreiben. Wählt er dagegen die Einstellung der 400 Euro in den Sammelposten, gelingt das genauso für die 850 Euro. Die Summe von 1.250 Euro lässt sich dann über fünf Jahre linear mit jeweils 20 Prozent abschreiben. Bei dieser Alternative kann er dann aber auch im Jahr 2010 weitere gekaufte Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten oberhalb von 150 Euro nicht sofort abschreiben.

 

Welche Abschreibungsmöglichkeit für Unternehmer und Freiberufler letztendlich die günstigere ist, lässt sich nur im konkreten Einzelfall entscheiden. Wollen Selbstständige ihren Gewinn effektiv mindern und haben Sie 2010 besonders viele Wirtschaftsgüter mit einem Wert von bis zu 410 Euro gekauft, ist die Sofortabschreibung in der Regel vorteilhafter.


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