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Besonderheiten bei Bauleistungen


Seit 2004 kehrt sich das Verhältnis von Leistendem und Empfänger in einigen Fällen um, sofern es um Immobilien geht. Dann bezahlt der Leistungsempfänger im Rahmen einer so genannten Umkehr der Steuerschuldnerschaft die Eingangsrechnung des Subunternehmers nur noch netto und den Steuerbetrag sofort ans Finanzamt. Da er den Betrag jedoch gleichzeitig als Vorsteuer abziehen kann, fließen aus diesem Geschäft keine Gelder ans Finanzamt. Mit dieser Sonderregelung will der Fiskus Missbrauch bekämpfen. In der Vergangenheit kam es im Zusammenhang mit Grundstücksgeschäften nämlich immer wieder dazu, dass der Rechnungsempfänger die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer abzog, der Unternehmer diese Umsatzsteuer jedoch nicht zahlte. Zudem konnten die Finanzämter häufig wegen Zahlungsunfähigkeit des leistenden Unternehmers ihren Anspruch nicht mehr durchsetzen.

 

Das Bundesfinanzministerium hat nun konkretisiert, wann ein Unternehmer von der Umkehr der Steuerschuldnerschaft betroffen ist und folglich die Umsatzsteuer sofort an den Fiskus überweisen muss (Az. IV D 3 - S 7279/09/10006). Das betrifft grundsätzlich Werklieferungen und sonstigen Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen. Darüber hinaus muss der Leistungsempfänger Unternehmer sein und selbst derartige Leistungen erbringen. Sofern das auf ihn zutrifft, darf er die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer selbst dann nicht an den Aussteller der Rechnung bezahlen, wenn die Arbeiten rund um Haus und Garten sein privates Einfamilienhaus betreffen.

 

Keine unter diese Sonderregelung fallenden Umsätze sind hingegen:

 

Planungs- und Überwachungsleistungen - etwa von Architekten und Ingenieuren

Lieferung von Baumaterial

 

Ein weiteres Kriterium ist, dass der Leistungsempfänger nachhaltig selbst Bauleistungen erbringt, die mehr als 10 Prozent der Summe seiner Gesamtumsätze beträgt. Bleibt er unter dieser Ausschlussgrenze, ist er grundsätzlich kein bauleistender Unternehmer und muss die Umkehr der Steuerschuldnerschaft nicht beachten. Bauträger erbringen oftmals beide Arten von Umsätzen. Sie müssen ihre Grundstücksgeschäfte daher entsprechend aufteilen.


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